20372PAWebsiteScreendesign23

„Persönliche Assistenz“ hat mit dem Land Oberösterreich Entgeltfortzahlungen für schwangere Mitarbeiterinnen im freien Dienstvertrag ausverhandelt.

Die Mehrheit der Mitarbeiterinnen beim oberösterreichischen Anbieter für Assistenzdienste, „Persönliche Assistenz“, entscheidet sich wegen der Flexibilität für einen freien Dienstvertrag – auch wenn das sozialversicherungstechnisch Nachteile bringt.

Eine dieser Schlechterstellungen gegenüber Angestellten wurde mit Sommer 2015 eliminiert: Schwangere freie Dienstnehmerinnen erhalten eine Entgeltfortzahlung, die sich aus dem Durchschnitt ihres Verdienstes über die vorangegangenen zwölf Monate berechnet. Wenn dieser Durchschnitt über der Geringfügigkeitsgrenze liegt, sind die Mitarbeiterinnen während der „Karenz“ auch voll versichert. Damit ist de facto die Gleichstellung mit Angestellten erreicht.

„Diese Forderung gab es bei uns schon kurz nach der Gründung 2001, aber es war eine politische Entscheidung,“ gibt Betriebsratsvorsitzende Angelika Diwald zu bedenken. Dafür wurde diese Regelung sofort gleichzeitig auch bei der Volkshilfe in Oberösterreich umgesetzt. Das ist der zweite vollständig vom Land finanzierte Anbieter für mobile Assistenzdienstleistungen.

Das Non-Profit-Unternehmen „Persönliche Assistenz“ bietet seit jeher auch die Möglichkeit einer Anstellung. „Aber viele Mitarbeiterinnen wollen das nicht,“ so Diwald. De facto sind mehr als drei Viertel der rund 300 Mitarbeiter nicht angestellt sondern im freien Dienstvertrag. „Und manche haben keinen AMS-Anspruch und dann wurden einige Situationen im Fall einer Schwangerschaft sehr schnell sehr prekär.“

Die Ausgleichszahlungen durch das Land sind nicht nach oben gedeckelt. Außerdem ist es Diwald wichtig zu betonen, dass diese Sonderzahlungen nicht im Leistungspreis enthalten sind, der den Auftraggebern verrechnet wird, sondern dass diese gesondert mit dem Land verrechnet werden.

Die Finanzierung durch das Land sei auch langfristig gesichert, so Diwald: „Unsere Geschäftsführung hat den durchschnitt der maximalen Kosten im Jahr basierend auf Schätzung zu Schwangerschaften berechnet und dazu wurde das Okay gegeben.“