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Die Anstellung eines Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung hat dem LKH Bregenz neue Möglichkeiten zur Entlastung interner und externer Arbeitskräfte aufgezeigt.

Gemeinsam mit der Lebenshilfe begibt sich das LKH Bregenz nun seit ein paar Monaten gezielt auf die Suche nach Menschen mit Beeinträchtigungen, um ihnen sinnvolle Arbeitsplätze zu geben.

Die erfolgreiche Anstellung von Tobi im Jänner 2016 hat das Projekt ins Rollen gebracht. „Im Rahmen eines vier-monatigen Praktikums haben wir ausprobiert, was geht und was nicht geht und rasch gemerkt, dass wir ihn nicht überfordern dürfen,“ erzählt Betriebsrätin Patrizia Zangerl.

In den ersten Monaten war ein Coach von der Lebenshilfe mit dabei aber mittlerweile kommt er nur mehr alle paar Wochen, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist.

Tobi ist zu 50% angestellt und bekommt Gehalt und Urlaubsanspruch wie alle Mitarbeiter am LKH Bregenz. Er hat seine fixen Arbeitsabläufe und Routen: Jeden Morgen füllt er die Getränkebecher an den Wasserstationen an - was früher eine Getränkefirma erledigt hat, an zwei Tagen entleert er den Datenschutzmüll – was bislang die „ohnehin überlasteten Zivildiener“ erledigen mussten. An einem Tag presst er Kartonagen, dann hilft er in der Apotheke aus. Nachmittags verkauft er eine „Gesunde Jause“ in Form von Riegeln. „Wir waren überrascht, wie positiv er von den anderen Mitarbeitern aufgenommen wurde“, berichtet Zangerl. Selbst für Menschen, die im Sozialbereich tätig sind, sei der Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen anfangs schwierig.

Nun sollen weitere Personen, die bei der Lebenshilfe in Betreuung sind, einen Arbeitsplatz am LKH Bregenz erhalten. Mit drei Kandidaten werden derzeit Aufgaben ausprobiert. „Wir wollen diese Menschen in die Mitte der Gesellschaft holen,“ so Zangerl. Das Projekt soll über mehrere Jahre laufen.