Infineon

Konfliktmanagement durch ausgebildete hausinterne Mediatoren verändert bei Infineon langsam die Unternehmenskultur. 

Drei Techniker im Großunternehmen Infineon, die unabhängig voneinander die Ausbildung zum Mediator gemacht haben, fanden 2008 zusammen und gründeten mit Unterstützung der Geschäftsleitung die Servicestelle für Mediation „transform“. Seither bilden sie schrittweise die mehr als 3.100 Kollegen in Österreich in Sachen Konfliktmanagement weiter, bieten Beratung und Mediation oder externe Hilfe an.

Heute ist die Servicestelle eine von mehreren Säulen, die Infineon in Sachen Gesundheit und Arbeitsplatzzufriedenheit eingerichtet hat: Neben gesundheitsfördernden Maßnahmen und Weiterbildung in der Thematik bis hin zum einwöchigen Gesundheitscheck wird auch externe Lebensberatung angeboten.

Anfänglich waren die Mediatoren vor allem mit Aufklärung beschäftigt: „Wir mussten den Menschen vermitteln, dass Konflikte immer wieder vorkommen und dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn man um Hilfe bittet, um sie zu lösen,“ erläutert Sabine Mory. Ihr Kollege Martin Mischitz hielt fest, dass die Mitarbeiter lernen, ähnlich wie bei technischen Problemen, auch bei Konflikten systematische Lösungsabläufe einzusetzen.

Die Kosten der Servicestelle halten sich in Grenzen: die Mediatoren sind bei Infineon angestellt und haben 20% ihrer Arbeitszeit für ihre Tätigkeit für die Servicestelle zur Verfügung. Kosten für die Seminare und externe Mediatoren werden (ohne Nennung der Beteiligten oder des Anlassfalles) vom Unternehmen aus dem Weiterbildungs- und Gesundheitsbudget finanziert.

Der dritte Mediator, Gerhard Habring, wurde mitsamt einer Tochter an Intel „verkauft“. Diese Auslagerung führte zur Erweiterung des Arbeitsbereichs der Servicestelle, die nun  auch von Intel genutzt werden kann.

Als Direktor HR bei Infineon bestätigt Florian Haas, dass ihm das Projekt transform am Herzen liegt, streicht aber das persönliche Engagement der drei Meditatoren heraus, ohne die es „nie geflogen wäre“.