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Der gemeinnützige Verein Assista Soziale Dienste will seine Mitarbeiter möglichst lang im Unternehmen halten.

Dass eine Mitarbeiterin im Pflegebereich ein 35-jähriges Dienstjubiläum feiert ist nicht selbstverständlich. Sie ist damit nur eine von insgesamt 20% der 450-köpfigen Belegschaft bei Assista Soziale Dienste, die bereits über 50 Jahre alt ist. Neben der körperlichen Anstrengung liegt eine Hürde im Sozialbereich „alt zu werden“ darin, dass vorgeschriebene Biennalsprünge Mitarbeiter ab einem gewissen Alter „zu teuer“ werden lassen, erläutert Betriebsrat Harald Obermaier.

„Ältere Arbeitnehmer sind uns wichtig, weil sie Erfahrung und Wissen haben und auch Traditionen sowie Unternehmenskultur transportieren,“ bestätigt Geschäftsführerin Gabriele Huber. In enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat können so sehr flexible Arbeitszeiten vereinbart werden. Nachtdienste können völlig abgegeben oder Tätigkeiten mit weniger Rückenbelastung gefunden werden. Manche Arbeitnehmer wollen keine unregelmäßigen Dienste mehr. Außerdem wurde festgestellt, dass vor allem Einspringen für ältere Mitarbeiter ein potentieller Krankmacher ist.

In der Dienstordnung wurde ausdrücklich vereinbart, dass ältere Arbeitnehmer mit solchen Wünschen, das Recht haben, sich zu melden. „Vieles läuft aber auch im Team intern ohne Regulative,“ so der Betriebsrat. Auch die Beratung zur Altersteilzeit, die durch den Betriebsrat erfolgt, werde oft angenommen und die Umsetzung sehr oft ermöglicht.

Die Finanzierung der Flexibilisierung der Arbeitszeiten und des höher werdenden Anteils an älteren Arbeitnehmern erfolgt „kreativ“. So hilft zum Beispiel der Einsatz von Zusatzkräften (derzeit rund 100), u.a. Zivildiener, Kosten innerhalb von Teams zu senken. Der wirkliche Aufwand für das Projekt bestehe vor allem in der Personalverwaltung.

Für Assista ist die Integration von älteren Arbeitnehmern nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes zu dem auch VITAS zur betrieblichen Gesundheitsförderung sowie die Wiedereingliederung nach Langzeitkrankenständen gehört. Letzteres Projekt hatte das Non-Profit-Unternehmen im vergangenen Jahr eingereicht.