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Die Steiermärkische Sparkasse hat einen langjährig erprobten Prozess im Umgang mit Langzeiterkrankten nun festgeschrieben – Prävention und Wiedereingliederung sind dabei Kernstücke.

Nach langen Krankenständen sollten Mitarbeiter nicht zu früh wieder voll ins Berufsleben einsteigen. Von diesem Credo ist Johann Mehrl, Leiter Personal bei der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG, überzeugt. In dem Bankenverband wurde gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Personalentwicklungsinstrument eingeführt, das bei Prävention und Wiedereingliederung helfen soll.

Nach Rücksprache mit der Arbeitsmedizinerin können sehr flexible Arbeitszeiten verhandelt werden, die beim Wiedereinstieg nach langen Krankenständen oder auch bei Überlastung vorzeitig als präventive Maßnahme helfen können. So kann z.B. ein 30%ige Arbeitszeit ausverhandelt und der Rest als Teilzeitkrankenstand ausgewiesen werden. Je nach Präferenz kann tage- oder stundenweise gearbeitet werden oder auch früher Schluss gemacht werden. Das Vertrauen in die Führungskräfte für eine offene Aussprache der Thematik sei gegeben.

Die Führungskräfte wurden auf die Erkennbarkeit von Symptomen geschult und über das Intranet ist ein Selbst-Check zur Burn-Out-Prävention (die bereits seit 1998 Thema im Unternehmen ist) mit Vorschlägen für nächste Schritte abrufbar. Bei psychischen Erkrankungen wird auch ein Teil der Therapiekosten vom Unternehmen mitfinanziert, natürlich ohne dass die Geschäftsleitung über Personen oder Diagnosen informiert wird.

Ziel des Unternehmens ist eine 100%ige Wiedereingliederung nach Langzeitkrankenständen (3 Monate und mehr), ohne die Mitarbeiter gleich wieder zu überfordern. Der Arbeitgeber übernimmt die Fehlzeiten bis zu einem Jahr lang bei vollem Lohnausgleich. Ein Problem ist dabei, dass kleinere der insgesamt 120 Filialen solche Ersatzzahlungen nicht aus ihrem Budget heben können, weshalb Mehrl Teile in die zentrale Kostenstelle auslagert.

Für Mehrl machen diese Maßnahmen nicht nur sozial sondern auch wirtschaftlich Sinn: Es sei „vergleichsweise billiger“ präventive Maßnahmen zu setzen als Ausfällen umgehen zu müssen.