Grne Erde

Terra Verde, ein Produktionsbetrieb für Grüne Erde, integriert Mitarbeiter mit Benachteiligungen ohne die Förderquote zu beachten.

Wie Menschen an Herausforderungen wachsen ist eindrucksvoll am Fall von Christoph zu sehen, der ohne Lesen und Schreiben zu können von der Schule abgegangen ist und mittlerweile bei Terra Verde dafür zuständig ist, dass Rohstoffe vom Lager in die Verarbeitung kommen, dass Leergut an seinem Platz steht und sich generell „äußerst viel merkt“, wie Birgit Carow, Leitung Vertrieb und Marketing Grüne Erde, festhält. Seine Aufträge bekommt er schriftlich, denn Lesen und Schreiben hat er in den sieben Jahren, seit denen er bei Terra Verde ist, gelernt.

„Er ist ein vollwertiger Mitarbeiter, den wir nicht missen möchten,“ so Renate Kaiser, die Betriebsleiterin von Terra Verde. Deshalb gibt es auch vom Ministerium seit 2011 keine Förderung mehr, denn er sei ja eine vollständige Arbeitskraft. Tatsächlich arbeitet Christoph in einem ordentlichen Angestelltenverhältnis von Montag bis Donnerstag von 6 bis 15 Uhr, hat aber immer die Option früher zu gehen.

„Anfangs haben die Teamleiter gute Nerven gebraucht, aber wir haben ihn bald aus der Reserve gelockt und alle haben gesehen welches Potential in Menschen steckt,“ so Kaiser.

Menschen eine Chance zu geben, die sonst am Arbeitsmarkt keine haben sei dem Unternehmen „einfach wichtig“. Denn es gibt noch zwei weitere Mitarbeiterinnen mit besonderen Bedürfnissen: Theresia ist seit 1989 in der Schneiderei tätig und für sie hat die Teamleiterin extra eine neue Sprache gelernt, nämlich die Gebärdensprache.

Seit März 2014 hilft Anna beim Etikettieren der Naturkosmetikfläschchen. Sie ist nicht angestellt. Ihre Tätigkeit im Ausmaß von ca. 20 Wochenstunden wird an die Lebenshilfe bezahlt. Wenn sich jemand findet der ins Unternehmen passt, dann werde man auch weitere Menschen mit Beeinträchtigungen beschäftigen oder unterstützen.