WienerLinien

Die Wiener Linien haben mit SOZIUS ein Ersthelfersystem bestehend aus speziell ausgebildeten Laienhelfern geschaffen.

Nach einem Unfall mit Personenbeteiligung oder wenn ein Fahrer tätlich angegriffen wird, ist in der Zentralstelle, in die der betroffene Mitarbeiter gebracht wird, der „diensthabende“ Laienhelfer schon vor Ort.

Er übernimmt die Erstbetreuung und, wenn vom Betroffenen gewünscht, auch die weitere Unterstützung. In schweren Fällen kann ein externer Psychologe hinzugezogen werden.

Vor 2009, als das System SOZIUS in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat eingeführt wurde, gab es nur für U-Bahn-FahrerInnen eine externe Psychologin. 2012 haben über 50 % der betroffenen FahrerInnen das Angebot der Betreuung durch Laienhelfer angenommen. Insgesamt wurden bisher 28 MitarbeiterInnen zu Laienhelfern ausgebildet und das sei für die rund 8,500 MitarbeiterInnen (davon rund die Hälfte im Fahrdienst) ausreichend, bestätigt Arbeitspsychologe Michael Kiss.

Die Ausbildung zum Laienhelfer – die allen MitarbeiterInnen offensteht - sei „sehr umfassend“: 14 Tage Grundausbildung sowie fünf Mal pro Jahr Weiterbildungen (kostenfrei und großteils in der Arbeitszeit). Darüber hinaus erhalten diese Personen spätestens nach jedem fünften Einsatz eine Supervision. Um neue MitarbeiterInnen über das Angebot zu informieren, wurde ein Film gedreht, der Teil der Grundausbildung ist. Ein Problem habe es anfänglich mit der HR-Abteilung gegeben, die eine Weiterleitung der Daten anstrebte. Jetzt unterliegen die Daten der psychologischen Schweigepflicht. Pro Jahr gibt es rund 170 Ersteinsätze und 30-50 Folgeeinsätze. Das System habe sich bewährt, weil die Schwelle, mit Psychologen zu sprechen oft „zu hoch“ sei. Das Projekt SOZIUS kann von Mitarbeitern auch für private Krisenfälle in Anspruch genommen werden.