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Technosert - Gesundheit als Teil des Management-Systems

Was in den Bereichen Umwelt- und Qualitätsmanagement üblich ist, soll beim Unternehmen technosert auch für das Mitarbeiterwohlbefinden gelten: Die Integration in das Management-System.

Bereits während technosert im vergangenen Jahr den Betrieblichen Sozialpreis für die Einführung einer Matrix zur gleichen Bezahlung für gleiche Leistung erhielt, wurde schon an der umfassenden Einbindung des Projektes in einen größeren Zusammenhang im Unternehmen gearbeitet.

„Das Konzept soll sein, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich selbst darum kümmern, dass es ihnen gut geht“, so Firmenchef Johannes Gschwandtner. Damit die richtigen Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wurde eine Arbeitsgruppe gebildet mit Vertretern aus allen Fachbereichen. „Man kann jedes Thema anschneiden, auch wenn es noch so klein scheint“, bestätigt Betriebsrat Simon Forstenpointner.

„Zuerst muss man sich um die Kleinigkeiten kümmern, dann kann man sich dem Großen zuwenden und diese Prävention hilft der Produktivität des Unternehmens, der Liefersicherheit und damit der Wettbewersfähigkeit“, ist Gschwandtner überzeugt.

Aus Gesprächen mit und innerhalb der Arbeitsgruppe, sowie methodischen Mitarbeiter-Befragungen sind bereits diverse Projekte entstanden: Darunter ein Chiropraktiker, der einmal pro Woche ins Unternehmen kommt und von allen 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt werden kann. Darüber hinaus gibt es auch ein Bewegungstraining zur Stärkung der Rückenmuskulatur, sowie eine Kooperation mit einem Fitnesscenter, wobei das Unternehmen die Hälfte des Beitrags bezahlt.

Aber sowohl der Betriebsrat, als auch der Geschäftsführer weisen noch viel mehr auf anscheinend „kleine“ Veränderungen hin, die aus dem Dialog und dem Brainstorming entstanden sind: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich Desinfektionsspender gewünscht, was leicht umzusetzen war. Das Problem der Wartezeiten am Herren-WC zu Stoßzeiten wurde durch die Öffnung des Behinderten-WC gelöst. Statt eine Klimaanlage einzubauen, die nicht von allen gewünscht gewesen wäre, werden die Büros über Nacht gelüftet – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Alle Maßnahmen zusammen hätten im ersten Jahr rund 10.000 Euro gekostet, berichtet Gschwandtner. Ihm ist es wichtig, die Leute dafür zu sensibilisieren, dass man ein Problem artikulieren muss. Für ihn ist Prävention im Gesundheitsbereich, sei es psychischer oder physischer Natur, ein wichtiges Thema denn es sei „schizophren“, dass man Maschinen regelmäßig präventiv warte, aber sich nicht um das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmere.

Das Projekt soll als betriebliche Gesundheitsförderung im nächsten Jahr auch von der Gebietskrankenkasse zertifiziert werden, bestätigt Gschwandtner.

Für den technosert-Chef Gschwandter ist das Preisträger-Projekt des vergangenen Jahres teil dieser Wohfühl-Strategie, unter der in Zukunft auch Job-Rotationen angedacht werden.