Stift Klosterneuburg

Stift Klosterneuburg - Profitorientiertes Unternehmen mit Familie vereinbaren

Der Wirtschaftsbetrieb des Stiftes Klosterneuburg will seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein „familiäres Umfeld“ bieten, dazu gehören neben dem Papamonat und einer Ferienbetreuung auch „Burn Out“-Prävention und Social Sabbaticals.

Diverse „Ansätze“ habe es schon vorher gegeben, bestätigt Betriebsrat Horst Nurschinger, aber 2010 sei dann gemeinsam mit einem externen Berater strukturiert die Anforderungen an eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie evaluiert worden.

„Dabei wurde festgestellt, dass z.B. angedachte Projekte wie ein Betriebskindergarten von der Belegschaft weniger genutzt worden wäre, als eine Ferienbetreuung“, erläutert Wirtschaftsdirektor Andreas Gahleitner. Daher stellt das Stift seit 2012 hausintern „zwei Ferienbetreuungsmöglichkeiten für Mitarbeiterkinder zur Verfügung und beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten“.

Die Evaluierung erfolgte zunächst in wahlweise mit Hilfe von anonymen und nicht-anonymen Fragebögen und wurde dann durch Einzelgespräche erweitert.

Eine weitere Maßnahme war die Einführung eines „Papamonats“, der derzeit von drei Vätern genützt wird. Väter können innerhalb von sechs Monaten ab Geburt des Kindes diese Zeit in Anspruch nehmen. „Dabei werden zwei Wochen zusätzlicher Urlaub vom Stift gewährt und zwei Wochen können als unbezahlter bzw. bezahlter Urlaub genommen werden.“

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu fördern wurde auch „nach Möglichkeit in einigen Abteilungen flexible Arbeitszeiten geschaffen und verschiedene Zielgruppen üben bereits Telearbeit aus“. Diese beiden Punkte, Papamonat und Flexibilisierung der Arbeitszeiten, wurden auch in der Betriebsvereinbarung festgeschrieben.

Weitere Punkte in dem Projekt umfassen einen Karenzleitfaden, ein Babypaket mit Gutscheinen im Wert von 600 Euro, aber auch gesundheitliche Maßnahmen wie „Burn Out“-Präventions-Seminare, Gesundheitsgymnastik am Arbeitsplatz, gemeinsame Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit wie Fußball, die laut Nurscher das Kennnlernen im Unternehmen und damit das Zusammenarbeiten fördern. Familienmitglieder sind zum Erntedankfest, Vernissagen, Festen, Führungen und Mitarbeitereröffnungen „herzlich willkommen“. Darüber hinaus ist das Stift Klosterneuburg für Anträge zur Bildungskarenz offen und unterstützt auch sogenannte „Social Sabbaticals“, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein paar Monate Sozialarbeit leisten, z.B. in Afrika oder mit Straßenkinder-Organisationen in Rumänien.

Die Maßnahmen stehen allen rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen, wobei die Belegschaft ziemlich genau 50/50 auf Männer und Frauen aufgeteilt ist. Seit 2011 nimmt das Stift Klosterneuburg auch am Audit Beruf und Familie teil und hat sich damit zur Umsetzung verschiedener Maßnahmen verpflichtet.

Die Befragung hatte auch einen Verbesserungsbedarf bei der Information über solche Aktionen ergeben, woraufhin zentrale Intranetstationen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ohne Arbeits-PC geschaffen und das regelmäßige Erscheinen eines internen Informationsblattes sichergestellt wurde.