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Landeskrankenhaus Rohrbach - Arbeitsverhältnis muss sich gemeinsam mit alternden Mitarbeitern verändern

Am Landeskrankenhaus Rohrbach wurden die Arbeitsverhältnisse möglichst flexibel gestaltet, um besser an die Lebensphasen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angepasst werden zu können.

„Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit dem Krankenhaus, das vor 30 Jahren gegründet wurde, alt geworden und so entstand 2005/06 die Idee, eine Lebensphasenorientierung einzuführen,“ so der diplomierte Krankenpfleger Theo Kellermann-Pfoser, der das Projekt organisiert. Von 2007 bis 2009 wurde zunächst ein Pilotprojekt unter dem Titel „viaRo“, also „Rohrbacher Weg“, für lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung basierend auf dem Model von Hans von Sassen gestartet. Es wurde eine „Steuerungsgruppe mit kollegialer Führung und Betriebsratsvorsitzenden“ gegründet, die die verschiedenen Bereiche und Berufsgruppen des Krankenhauses zusammenführte. Ab 2009 wurde das Projekt „viaRo“ in den Regelbetrieb übernommen und auf alle Bereiche des Unternehmens ausgebaut.

Dabei gibt es mehrere Schwerpunkte, wobei einer davon die Flexibilisierung der Arbeitszeiten umfasste, um z.B. dem Umstand Rechnung zu tragen, dass in der Pflege mittlerweile 64% des Personals über 45 Jahre alt ist. Hier können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flexible Teilzeitmodelle beantragen, Dienste innerhalb von Teams selbst ausmachen und z.B. auch 24-Stunden-Dienste teilen. Außerdem können Auszeiten beantragt werden und für alle über 40 gibt es kürzere Dienste.

„Ältere Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer brauchen eine flexiblere Mitbestimmung im Dienstplan, weil es erwiesen ist, dass sie sonst durch den Druck häufiger krank werden. Daher ist eine solche Flexibilisierung für das Arbeitsklima wichtig“, betont Kellermann.

Die Unternehmensleitung habe das Konzept gerne unterstützt und positiv aufgenommen. Sie unterstützt das Projekt auch finanziell, zum Beispiel durch die Finanzierung von Ausflügen und gemeinsamen Veranstaltungen, bei denen alle Berufsgruppen und Altersschichten zusammengebracht werden.

Auch der zweite wichtige Aspekt der „viaRo“, die Gesundheitsförderung, wird von der Unternehmensleitung finanziell unterstützt. Es werden verschiedene Kurse angeboten, die jährlich evaluiert werden und es gibt Ermäßigungen für ein Fitnesscenter und eine Therme in der Nähe.  Darüber hinaus wurden im Krankenhaus Pausenräume für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingerichtet, damit sich diese in der Ruhezeit auch tatsächlich von der Station zurückziehen können. Ein Fitnessraum befindet sich derzeit in Bau.

Für das Projekt „viaRo“ können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigene Ideen einbringen, aus solchen Initiativen heraus wurden z.B. Taglichtlampen angeschafft sowie eine Relaxliege für den Nachtdienst oder Aerosteps gegen müde Füße in den Stationen selbst.

BR Hermann Linkeseder, erwähnt, dass der Krankenhausträger gespag die Lebensphasenorientierung übernommen hat und eine eigene Abteilung dafür eingeführt hat. Und das Krankenhaus Völklabruck wolle sich das Modell ebenfalls ansehen.