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Anker Snack & Coffee GastronomiebetriebsgesmbH - Wohnungs-Not mit Notwohnung gelindert

Mit dem Projekt „Rettungsanker“ bietet Anker seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit in Notsituationen für eine Übergangszeit eine kleine Wohnung zu beziehen.

Das Projekt entstand im Juli 2011 aus zwei akuten Fällen, wo Arbeitnehmerinnen aus ihrer damaligen Wohnung ausziehen mussten. Betriebsratsvorsitzende Gerlinde Kastner, die von den Fällen erfuhr, wandte sich an das Unternehmen und schlug vor, eine alte Hausmeisterwohnung zu adaptieren, die sich neben einer Filiale befindet, gemeinsam mit dieser angemietet wurde und seit Jahren als Lagerraum genutzt wurde. „Eine Mitarbeiterin wurde von ihrem Mann bedroht und die andere war mit Miete und Betriebskosten im Rückstand“, erzählt Kastner.

Die Einigung auf das Projekt „Rettungsanker“ sowie die Umsetzung seien „sehr rasch erfolgt“ wobei das Unternehmen die Sanierung und die Adaption (teilweise aus dem vorhandenen Sozialfonds) bezahlt hat und der Betriebsrat die Anschaffung von Möbel und Einrichtungsgegenständen für die ca. 25m2 große Wohnung übernahm.

„Es wurde ein eigenes Projekt-Tagebuch geführt, der Firmenanwalt hat kostenlos einen Bittleihvertrag erarbeitet,“ erläutert das Unternehmen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Notsituationen wird die Wohnung, deren genauer Standort nicht öffentlich kommuniziert wird, um z.B. Frauen zu schützen, kostenfrei für drei Monate zur Verfügung gestellt und notfalls können auch zwei Personen darin wohnen.

Kastern betont, dass man hier nicht in Konkurrenz zu Frauenhäusern treten wolle. Aber diese hätten nicht immer einen Platz frei, oder erst zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem wollen manche Frauen sich nicht an eine solche Einrichtung wenden. Darüber hinaus habe auch schon ein männlicher Mitarbeiter die von Anker bereit gestellte Wohnung genutzt.

Während der Zeit erhalten die Betroffenen Beratung, u.U. auch Unterstützung bei Behörden und notfalls dürfen sie auch länger bleiben, bestätigt Kastner. Meistens ist die Hilfe auch mit einem zinslosen Darlehen, das aus dem Sozialfonds gewährt wird, verbunden. Der Betriebsrat informiert dabei über die Unterstützungsmöglichkeiten und verwaltet das Projekt, d.h. es wird eine Inventarliste geführt sowie die Übernahme und Rückgabe der Wohnung organisiert. Das Projekt wird zur Hälfte von der Geschäftsführung, zur Hälfte vom Betriebsrat finanziert.

Das Angebot steht allen 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen, egal wie lange sie im Unternehmen sind. So werde z.B. demnächste eine neue Mitarbeiterin aufgenommen, die von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wurde und gleich nach Dienstantritt die Wohnung für eine Übergangszeit nutzen wird, erläutert Kastner.

Bislang konnten alle sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Wohnung genutzt haben, ihre Wohnungssituation innerhalb der drei Monate klären oder eine Alternative finden, bestätigt Kastner. Von der Nachahmbarkeit des Projektes ist die Betriebsratsvorsitzende überzeugt. In ihren Unternehmen sei die Wohnung zufällig bereits vorhanden gewesen.