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Caritas Socialis - Absolute Härtefälle abfedern

Die Caritas Socialis hat einen von der Geschäftsführung dotierten Sozialfonds eingerichtet, mit dem Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen rasch und anonym in Härtefällen geholfen werden soll.

Im Jahr 2010 brachte der Konzernbetriebsrat der Caritas Socialis die Idee auf, einen Sozialfonds einzurichten. „Im Geschäftsbereich finden wir oft prekäre Situationen, wie z.B. Alleinerzieherinnen, Teilzeitbeschäftigte, etc. vor“, erläutert dazu CS-Geschäftsführer Robert Oberndorfer.

Der Fonds, der 2011 in einer Betriebsvereinbarung festgeschrieben wurde, wird jährlich dotiert. Dafür stellt das Unternehmen 0,075% der Bruttogrundlohnsumme (exkl. Zulagen, Zuschläge, 13/14 Bezüge) dem Konzernbetriebsrat jährlich im Vorhinein zur Verfügung. 

Über die Vergabe der Mittel entscheiden die Vorsitzenden der Betriebsräte im Konzern in einem beschlussformenden Gremium, damit möglichst wenige Leute über die Notsituation der einzelnen Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters informiert sind. Der Geschäftsführer selbst erhält jährlich nur einen anonymisierten Bericht in dem die Verwendung der Mittel grob umrissen, aber nicht detailliert dargestellt wird, bestätigt Oberndorfer.

Konzern-BR-Vorsitzender Wolfgang Polzinger, erläutert dazu, dass die Mittel „nur für schlimmste Situationen“ freigegeben werden. Außerdem ist der Zuschuss pro Fall limitiert (in diesem Jahr mit rund 783 Euro je nach Größe des Fonds) und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dürfen in der Regel nur rund alle zwei Jahre um Hilfe ansuchen. Berechtigt sind alle Konzernangestellten, die „in einem ungekündigten und unbefristeten Dienstverhältnis zu einer GmbH der Caritas Socialis stehen“, so die Information der CS.

Im vergangenen Jahr beanspruchten 19 von insgesamt ca. 850 Mitarbeitern und vor allem Mitarbeiterinnen finanzielle Hilfe aus dem Fonds, die nicht zurückgezahlt werden muss. Der Zuschuss wird dabei nie in bar sondern z.B. in Form von Einkaufsgutscheinen ausbezahlt. Die Entscheidung des Betriebsratsgremiums über die einzelnen Fälle erfolgt dabei innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Aber die Unterstützung beschränkt sich nicht auf den finanziellen Aspekt. Wenn von den Betroffenen gewünscht, kann der Betriebsrat auch weitergehend beraten oder die betroffene Person z.B. an die unabhängig agierende Sozialberatung der CS Schwesterngemeinschaft weitervermitteln. Darüber hinaus stehen Informationen zur Schuldenberatung oder Delogierungen zur Verfügung, die auch in Informationsblättern zusammengefasst wurden. „Einige Angestellte haben zum Beispiel nicht gewusst, dass die Möglichkeit besteht, eine Dienstwohnung zu beantragen,“ erläutert BR Gutsch von der CS Betreuung zu Hause GmbH.

Vor Einrichtung des Sozialfonds wurde vereinzelt Hilfe aus dem BR-Fonds gewährt. Aber die CS sieht den neuen Sozialfonds auch als positive Maßnahme für das Unternehmen: „Die belastende finanzielle Situation, die sich negativ auf die Arbeitsbewältigung auswirkt, soll entschärft werden.“

„Das größte Hindernis ist die Scham“, gibt Wolfgang Polzinger von der CS Rennweg GmbH zu bedenken. Aber die Maßnahmen „sprechen sich herum“. Deshalb ist die CS auch überzeugt, dass die Einrichtung eines Sozialfonds „voll nachahmbar“ ist, es gehe um „die Kosten und um Vertrauen“.

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