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Integrative Lehrlinge im Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

Für das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser ist die Lehrlingsausbildung ein "sozialer Auftrag", der sich in der Gleichbehandlung und Chancengleichheit von allen Lehrlingen innerhalb des Ausbildungsprogrammes wieder spiegelt.

Derzeit werden 53 Lehrlinge in vier Lehrberufen (Küche, Büro, Buchhaltung und IT) ausgebildet und diese Zahl soll bis 2015 fast verdoppelt werden, bestätigt Martina Hacker, Bereichsleiterin Human Ressources beim Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser.

Gleichzeitig soll auch die Zahl der "integrativen Lehrlinge", also junge Menschen mit besonderem Förderbedarf, erhöht werden. Derzeit liegt ihr Anteil bei 28%. Diese werden vor allem in der Küche ausgebildet und können dort eine Teilqualifikation erreichen oder eine verlängerte Lehre absolvieren.

Carmen Thaler, zuständig für Personalentwicklung, gibt zu bedenken, dass das Kuratorium, das rund 31 Häuser verwaltet, „nicht groß genug“ ist, um alle Lehrlinge zu übernehmen. Aber es gehe darum, das Selbstvertrauen der jungen Menschen aufzubauen und „sie fit zu machen, sich auch außerhalb um eine Arbeit umzusehen“. Dabei habe sich ein Gleichbehandlungsansatz bewährt: Ausbildungselemente wie persönlichkeitsbildende Seminare Exkursionen, Rotationen und Wettbewerbe sind für alle Lehrlinge gleich, bestätigt Sonja Liegler aus der Personalentwicklung. „Wir wollen bewusst keine ‚geschützte Werkstatt’ sein, erläutert sie. Den Erfolg des Konzeptes habe man u.a. beim letzten internen Kochwettbewerb im Jänner 2012 sehen können, „wo integrative Lehrlinge den zweiten und dritten Platz erzielt“ haben.

Gerade die vom Unternehmen organisierten und bezahlten persönlichkeitsbildenden Seminare hätten unter den Lehrlingen „großen Anklang“ gefunden und „die ersten Erfahrungen der Seminarleiterinnen zeigen, dass eine deutliche Steigerung des Selbstvertrauens und Motivation in der Zusammenarbeit besonders bei den integrativen Lehrlingen sichtbar war“, so das Kuratorium.

Das Kuratorium bildet bereits seit Jahrzehnten Lehrlinge aus, aber im Jahr 2010 „wurde der Bereich Human Resources & Qualitätsmanagement, Abteilung Personalentwicklung von der Geschäftsführung mit dem Projekt ‚Lehrlingsausbildung neu’ beauftragt“. Dafür wurden sowohl Workshops abgehalten, als auch Arbeitsgruppen gebildet, „um Erfahrungen und Ideen in das Projekt einzubringen“.

Im Unternehmen wurde mittlerweile neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Lehrlingsbeauftragten auch eine Lehrlingsvertrauensperson von der Geschäftsleitung direkt eingesetzt, an die sich die Jugendlichen informell und vertraulich wenden können.

Die Ausbilder seien „sehr offen“ für integrative Lehrlinge, was sich vor allem auch aus der sozialen Ausprägung des Unternehmens erkläre, so Thaler. Die Weiterbildung der Ausbilderinnen wird vollständig vom Unternehmen aus dem Lehrlingsbudget bezahlt und findet in der Arbeitszeit statt. Mit dem Betriebsrat wurde das Ausbildungspaket besprochen und teilweise sind Betriebsratsmitglieder selbst Ausbildner.

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