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Fröling Heizkessel- und Behälterbau GmbH - Jugendliche aus der geschützten Werkstatt in die Arbeitswelt bringen

Das Familienunternehmen Fröling bietet seit 12 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Joker Hof Tollet, der Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf betreut, Ausbildungsplätze für junge Menschen an, die vom Lehrberuf ausgeschlossen sind.

Die Kooperation zwischen dem Joker Hof Tollet und der Firma Fröling besteht schon seit 1998 und umfasst auch die Übernahme von Arbeiten für Fröling durch Jugendliche am Hof selbst. Dabei werden z.B. Bauteile zusammengesetzt werden, für die Fröling einen Stückpreis zahlt. Die Betreuer am Hof beurteilen dann, welche Jugendliche interessiert sind, im Unternehmen selbst zu arbeiten - und auch dafür geeignet sind. Durch den sonderpädagogischen Förderbedarf sind die Jugendlichen von der Absolvierung einer Lehre ausgeschlossen.

Derzeit arbeiten bei Fröling 16 Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die im Durchschnitt zwischen ein und eineinhalb Jahre dort arbeiten und so auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Das Unternehmen gewährt ihnen eine „lehrlingsähnliche Anstellung“ mit voller Versicherung und zahlt einen Stundensatz, bestätigt der Betriebsleiter der Firma Fröling Johann Hochstöger und betont, dass seit Projektbeginn im Jahr 2000 schon acht dieser Jugendlichen übernommen wurden. Insgesamt hatten seit damals bereits 220 Jugendliche vom Hof bei Fröling in der Produktion oder aber auch im Marketing ein Arbeitsverhältnis. Betreut werden die Jugendlichen dabei von Kolleginnen und Kollegen, aber auch von einem Zivildiener und/oder auszubildenden Sozialarbeiterinnen oder Sozialarbeitern.

Wichtig sei für die Jugendlichen auch, in eine Gemeinschaft außerhalb des Hofes aufgenommen zu werden, bestätigt Ruth Hutterer, Ehefrau von Firmeninhaber Ernst Hutterer. Anfänglich habe es im Unternehmen Resentiments gegen die Aufnahme der Jugendlichen gegeben, weil vor allem ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einen Verlust ihres Arbeitsplatzes befürchteten. Das habe sich jedoch bald gelegt und mittlerweile seien die Jugendlichen fixer Bestandteil des Unternehmens, erläutert Hochstöger. Und Betriebsratsvorsitzender Ernst Chlaupek bestätigt, dass sie von den Mitarbeitern unterstützt und mitgetragen werden.

„Die Jugendlichen werden als Kollegen gesehen und anerkannt, auf der anderen Seite werden die Mitarbeiter der Firma Fröling für die Thematik ‚Menschen mit Beeinträchtigung’ sensibilisiert und deren Verständnis für die oft schwierige Situation der Jugendlichen und geschärft,“ bestätigt auch Ruth Hutterer ihrer Projekteinsendung.

Am Hof Tollet befinden sich derzeit 58 Lehrlinge, wobei ca. 10% nicht dort wohnt. Durch die Kooperation mit Fröling, die die Haupteinnahmequelle des Hofes ist, könne den Jugendlichen eine Beschäftigung geboten werden, die auch sinnvoll ist, betont Otto Brandt vom Hof Tollet. Die Kooperation mit lokalen Firmen ist eine freiwillige Leistung, die die Geschäftsführung des Hofes den Jugendlichen bietet. Sie könnte auch allein von der Landesförderung ihr Auslangen finden.

Die Firma Fröling würde das Projekt „eventuell sogar als kostenneutral“ bezeichnen, da „im Endeffekt die Jugendlichen die Bezahlung für eine Leistung erhalten, die sie im Arbeitsprozess erbringen, genauso wie auch die anderen Mitarbeiter ohne Beeinträchtigung“.

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