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dm drogeriemarkt GmbH - Gelebte kulturelle Vielfalt

Die Drogeriemarktkette dm hat das Sprachproblem in der Lagerverwaltung mit Personal aus 18 Nationen nicht nur als Herausforderung angenommen, sondern lebt die kulturelle Vielfalt auch.

Das Konzept ist einfach und kommt vor allem ohne großen finanziellen Aufwand aus: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich freiwillig als „Sprachbegleiter“ zur Verfügung stellen, um ihren Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund wichtige Grundbegriffe der deutschen Sprache beizubringen und ihnen die Konversation zu erleichtern.

„Externe Kurse wären zu wenig flexibel gewesen und schlecht mit unseren Arbeitszeiten im Schichtbetrieb vereinbar“, umreißt Susanne Rachlinger-Streinleithner, aus der Personalabteilung im dm Verteilerzentrum in Enns das Problem. Bereits 2007 hatte es die ersten vom ÖGB, der AK, dem Land OÖ und der EU geförderten Sprachkurse gegeben im Zuge dessen Sprachbegleiter ausgebildet wurden. „Damals haben fünf Firmen mitgemacht und wir sind unseres Wissens nach die einzigen, die das Programm noch anwenden“, erzählt Betriebsratsvorsitzende Christine Ecker stolz.

Dm hat dabei ein eigenes Konzept zur Sprachförderung entwickelt, das aus Konversations-Kursen vor oder nach der Schicht in den hauseigenen Räumlichkeiten plus Unterrichtsmaterial und den Sprachbegleitern besteht. Im Jänner startet der nächste Kurs, der von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst eingefordert wurde.

Erste Erfolge hätten sich auch bereits eingestellt, wie auch die jüngste Personal-Befragung zeigte, die alle zwei Jahre durchgeführt wird: „Anfänglich haben sich natürlich Gruppen gebildet, z.B. von Leuten, die die gleiche Sprache sprechen, aber das wurde jetzt aufgeweicht und die Sprachbegleiter halten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch dazu an, auch in den Pausen deutsch zu sprechen,“ so Rachlinger-Streinleithner. Insgesamt arbeiten am Standort Enns, der alle 375 dm-Filialen in ganz Österreich beliefert, 540 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus rund 18 Nationen, rund die Hälfte davon mit Migrationshintergrund.

Aber es seien nicht die Sprachkurse allein, die bei der Verbesserung des Arbeitsklimas helfen. Besonders begeistert waren sowohl Betriebsrat als auch die Geschäftsführung sind noch immer vom „Fest der Nationen“ begeistert, das im vergangenen Jahr abgehalten wurde. Dabei kamen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Nationaltracht ihres Landes und einige führten Tänze auf, erzählt Betriebsrätin Ecker.

In der Mitarbeiter-Zeitung werden regelmäßig Portraits diverser Angestellter abgedruckt, damit „man die Situation des Einzelnen besser versteht“, so Ecker. Darüber hinaus gibt es für das gesamte Personal Teambuilding-Workshops und zwei Mal pro Jahr finden gemeisame Feste statt.

Im kommenden Jahr soll die Zahl der Sprachbegleiterinnen und Sprachbegleiter von vier auf zehn ausgeweitet werden, denn neben dem integrativen Aspekt sieht das Unternehmen auch einen Nutzen für die Sicherheit im Unternehmen, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sicherheitsanweisungen besser verstehen. Freiwillige Sprachbegleiterinnen und Sprachbegleiter zu finden sei auch „kein Problem“, so Ecker.

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