dmdrogeriemarkt

dm drogeriemarkt GmbH – Unterstützung und Beratung in Lebensfragen- 

Erste Hilfe in Notsituationen

Die Drogeriemarktkette dm schenkt allen Mitarbeitern in Österreich fünf Coaching-Stunden, damit sich die Angestellten mit ihren Problemen anonym an externe Berater wenden können – und das Projekt soll jetzt dauerhaft implementiert werden.

Ursprünglich kam die Idee vom Betriebsrat, der in den letzten Jahren immer häufiger Anlaufstelle für Mitarbeiter mit schweren persönlichen Problemen wie dem Tod eines Kindes der Pflege eines schwerkranken Angehörigen, oder Gewalt in der Familie war und sich aber selbst außerstande sah, mit diesen Problemen umzugehen. Eine Weitervermittlung sei schwierig gewesen weil man in jedem Bundesland über Therapiemöglichkeiten und dergleichen Bescheid wissen müsste, erläutert Betriebsratsvorsitzender Josef Hager. So entstand die Idee der Zusammenarbeit mit externen Beratern. Öffentliche Beratungsstellen seien keine Option gewesen, weil hier oft erst Monate später Termine möglich sind.

Daraufhin wurde 2009/2010 in Wien das Pilotprojekt gestartet bei dem zunächst gemeinsam mit dem ÖGB „Chancen nutzen“-Büro vier Berater ausgesucht worden waren und dann für Coaching-Stunden bei diesen Beratern an die Wohnadresse aller 900 Mitarbeiter je fünf Gutscheine verschickt wurden. Diese können anonym ohne Ablaufdatum eingelöst werden.

Die ausgewählten Berater stellten sich bei Mitarbeiterveranstaltungen persönlich vor, darüber hinaus wurde und wird das Projekt in Foldern und der Mitarbeiterzeitung immer wieder beworben. „Wir sensibilisieren auch die Führungskräfte für dieses Projekt,“ erläutert Projektverantwortliche Christina Zimmermann. Allerdings betont sie, dass dm damit nicht die Lösung von beruflichen Problemen auf externe Berater abwälzen will. Solche Probleme sollen weiterhin im Dialog mit Mitarbeitern und Vorgesetzten im Betrieb geklärt werden. Heuer wird auch erstmals Burnout-Prävention Teil der Teamführungsseminare sein, erläutert Petra Mathi, das einzige weibliche Mitglied der dm-Geschäftsführung.

Das Beratungsangebot sei auch keine Therapie, sondern eine Hilfe zur Selbsthilfe in schwierigen Situationen. Solche kommen gerade bei dm öfter vor, da das Unternehmen mit einem 98%igen Frauenanteil auch viele Teilzeit-arbeitende alleinerziehende Mütter beschäftigt.

Am meisten überrascht hat Hager, dass die Mitarbeiter, die dieses Angebot bereits angenommen haben – bisher rund 5% der Wiener Mitarbeiter – sehr offen mit dem Thema umgegangen sind und auch Kollegen von ihren Erfahrungen berichtet haben. „Das Feedback war – auch schon nach der Aussendung der Gutscheine – ausschließlich positiv,“ bestätigt Hager. Aber es bestehe eine Hemmschwelle zur Beratung zu gehen, wie bei vielen Menschen, so Zimmermann.

Regionsweise wird das Projekt bis 2012 für die 5,300 österreichischen Mitarbeiter eingeführt. Derzeit bewerben sich Berater für die jeweilige Region. Jetzt wird pro Mitarbeiter ein Gutschein verschickt und die vier weiteren können beim Betriebsrat anonym angefordert werden.

In Zukunft sollen diese Beratungen fixer Bestandteil des Unternehmens werden. Wie genau die Verteilung der Gutscheine über die fünf ersten Sitzungen hinaus erfolgen werde sich erst im weiteren Verlauf des Projektes zeigen, so Zimmermann. Bereits jetzt habe es in ein oder zwei absoluten Notfällen eine Kulanzlösung für zusätzliche Gutscheine gegeben. „Im Moment ist es uns wichtig, dass die Mitarbeiter über das Projekt Bescheid wissen und es annehmen,“ so Zimmermann. Dm plant auch eine anonymisierte Feedbackschleife über Themen, die in den Gesprächen behandelt wurden, um mögliche direkte oder indirekte Zusammenhänge mit Problemen im Unternehmen in Angriff nehmen zu können.

 AnsprechpartnerInnen:
Mag.a Christina Zimmermann
0662 8583-0