azb austria

abz* Austria – RoadMap KarenzManagement

Überblick im Karenzdschungel

Die Non-Profit-Frauenorganisation abz*austria hat eine umfangreiche Datenbank rund um das Thema Schwangerschaft und Karenz angelegt, die (werdenden) Eltern in der abz*austria aber auch in anderen Unternehmen den Weg in und aus der Karenz weisen soll.

Im Rahmen des EU-Projektes „Karenz und Karriere“ entsteht seit 2007 die „Roadmap KarrenzManagement“, die von den Mitarbeitern der abz*austria ständig auf den neuesten Stand gebracht wird. Auf einer einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche bietet die Datenbank übersichtlich alle Informationen rund um Schwangerschaft, Karenz und Rückkehr in das Berufsleben als Elternteil. Die Verlinkungen betreffen sowohl rechtliche Grundlagen, als auch Beratungsstellen, Betreuungseinrichtungen und kindgerechte Freizeitangebote. Es wird auch Auskunft über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, Meldepflichten und Fristen – sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber – erteilt.

„Ein solches System schafft die gleiche Informationsbasis für alle Beteiligten im Unternehmen und macht den Aus- und Wiedereinstieg leichter planbar“, erklärt Manuela Vollmann, eine der Geschäftsführerinnen der abz*austria. Es ersetzte allerdings nicht das Beratungsgespräch.

Karenzplanung sollte auch eine Aufgabe des Management in einem Unternehmen sein und nicht allein in der Verantwortung der Mitarbeiter, so Vollmann. Man wolle mit Hilfe der Roadmap Routineprozesse schaffen, denn derzeit komme es in Betrieben oft zu Fehl- und Missinformationen, wenn etwa ein Auskunftgeber nicht über die neueste Gesetzesnovelle informiert ist.

„Wenn solche Dinge routinemäßig ablaufen, dann bleibt mehr Zeit einen individuellen Wiedereinstiegsplan zu erarbeiten – man muss solche technischen Hilfsmittel nutzen“, sagt Vollmann.

Da die Thematik rund um Karenz und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie seit der Gründung des Vereins 1992 zum täglichen Brot der abz*austria gehört, ist sie immer auf dem Laufenden, was gesetzliche Veränderungen in diesem Bereich betrifft. Dennoch sei die ständige Aktualisierung der Webseite „eine Herausforderung“.

Das Computer-Tool wurde 2007 gemeinsam mit Microsoft Austria entwickelt, die es auch getestet haben. In einem zweiten Schritt wurde es von der abz*austria selbst übernommen und vier andere Unternehmen haben es auch bereits in Verwendung, darunter die ÖBB (unter dem Namen „Railmap“). Das Tool lässt sich flexibel über externe oder interne Server verwalten oder in eigenen Content Management Systeme (CMS) integrieren. Die Verwaltung der Links erfolgt über ein Link-Management-System, wo die Aktualität der Verlinkungen einfach getestet werden kann und Änderungen zentral vorgenommen werden können.

Im Fokus bei der abz*austria ist vor allem die Planung des Wiedereinstiegs. „Unternehmen unterschätzen oft, wie sich die Unternehmensstruktur in drei Jahren verändern kann,“ so Vollmann. Gerade bei der abz*austria, die projektbezogen arbeitet, können Mitarbeiter während der Karenz bereits Schulungen absolvieren oder in Projekte miteinbezogen werden. Über die Roadmap wird per Computer auch genau gesteuert in welche Verteiler ein Mitarbeiter in Karenz noch eingebunden sein soll, oder zu welchen Veranstaltungen eine Einladung ergeht.

Der Verein, der selbst für die knapp über 70 Mitarbeiter, vorwiegend Frauen, 29 Zeitmodelle verwaltet, will das Computer-Tool auch für andere Formen der Arbeitsunterbrechung anpassen, wie etwa ein Sabbatical, Bildungskarenz oder Altersteilzeit.

 AnsprechpartnerInnen:
Mag.a Petra Endl (Unternehmenskommunikation)
01 66 70 300-0