wozabal management

Unternehmensgruppe Wozabal – Wozabal ist konfliktfest

Konfliktstoff angreifbar machen

Die Unternehmensgruppe Wozabal hat Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Vertrauenspersonen ausgebildet und eine Konfliktkommission geschaffen, die sich mit menschlichen Problemen inner- und außerhalb des Betriebes befassen.

Unter dem Projekttitel „Wozabal wird konfliktfest“ hat das Textil- und Reinigungsunternehmen an allen seinen österreichischen Standorten, mit rund 730 Mitarbeitern ein Konfliktmanagementsystem eingerichtet, dass alle Abteilungen umfasst. Ende 2007 musste das Unternehmen einen von der AK aufgedeckten Konflikt unter Mitarbeitern mit Hilfe von Mediation durch einen externen Berater auflösen und entschloss sich daraufhin, ein nachhaltiges System zur Lösung oder Prävention von Konflikten einzurichten.

In einem ersten Schritt wurden 17 Mitarbeiter aus allen Abteilungen und Gehaltsschichten zu sogenannten „Konfliktlotsen“ oder Vertrauenspersonen ausgebildet. Angestellte konnten sich freiwillig melden oder von anderen vorgeschlagen werden und teilweise ging die Personalabteilung aktiv auf Mitarbeiter zu, die sie für geeignet erachteten. Dabei wurde auch auf ein relativ breit gefächertes kulturelles und sprachliches Spektrum geachtet, da in der Unternehmensgruppe allein in den österreichischen Standorten aus einer langen Tradition von Beschäftigung von Migranten 39 Nationalitäten vertreten sind. So können sich Mitarbeiter jetzt zum Beispiel auch in Türkisch, Serbokroatisch, Kroatisch oder Spanisch an einzelne Vertrauenspersonen wenden. Daneben werden für Mitarbeiter auch Deutschkurse angeboten.

Auch der geringe Männeranteil in der Unternehmensgruppe von rund 20% wurde berücksichtigt. Allen Mitarbeitern wird angeboten, sich auch mit außerbetrieblichen Problemen oder Konflikten z.B. im familiären Umfeld an die Vertrauenspersonen zu wenden.

Des weiteren wurde eine dreiköpfige Konfliktkommission geschaffen, der neben Zentralbetriebsrätin Elisabeth Hittenberger, auch der Abteilungsleiter Hotel & Co, Manfred Hollnsteiner sowie die HR-Leiterin Barbara Thiele angehört. Alle im Konfliktmanagement involvierten Personen wurden in einer achttägigen Ausbildung mit Coaching- und Mediationskonzepten vertraut gemacht und es wurde eine Maßnahmenliste für alle Standorte und Abteilungen erstellt.

Anfänglich sei die Akzeptanz der Konfliktlotsen und des Systems ein Problem gewesen aber über eine etwa einjährige Einarbeitungszeit habe man Vertrauen aufgebaut, so Thiele. „Der Lotse hat eine absolute Vertraulichkeit zu allen, auch zu Vorgesetzten und der Konfliktkommission und darf Dinge nur mit Erlaubnis der Betroffenen weitererzählen,“ betont die HR-Managerin. Bei Konflikten mit höheren Führungspersonen oder schwerwiegenderen Problemen kann auch ein externer Mediator hinzugezogen werden.

Derzeit wird die Ausbildung von mehr Lotsen vorbereitet und alle zwei Jahre ein „Konfliktaudit“ in jeder Abteilung vorgenommen. Für die Lotsen, die ähnlich einem Betriebsrat für die Tätigkeit freigestellt sind, werden regelmäßige Weiterbildungen finanziert sowie ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch unter den Lotsen

Im von Christian Wozabal geleitete Familienbetrieb ist man sich bewusst, dass die Konflikte wahrscheinlich durch die gesetzten Maßnahmen nicht deutlich weniger werden, aber man könne Eskalationen vermeiden und darüber hinaus die Effizienz im Unternehmen steigern. Das Projekt wurde auch schon anderen Firmen präsentiert und wird Teil der Konfliktcoaching-Ausbildung an der Uni Linz.

 AnsprechpartnerInnen:
Katharina Eder (Marketing)
07223 81881-0