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AIT Austrian Institute of Technology - Vom Kindergarten ins Forschungszentrum


Das Austrian Institute of Technology (AIT) in Seibersdorf hat einen Betriebskindergarten eingerichtet in dem Kindern schon früh die Grundbegriffe der Naturwissenschaften näher gebracht werden sollen.

Weit abgeschieden von jeglicher Zivilisation hat sich das AIT (früher Forschungszentrum Seibersdorf) entschlossen, für seine MitarbeiterInnen einen Betriebskindergarten zu errichten, der auch von MitarbeiterInen von umliegenden Betrieben in Anspruch genommen werden kann.

Ursprünglich kam die Idee von der damaligen Frauen-Staatssekretärin Christa Kranzl, die sich für Betriebskindergärten in staatsnahen Betrieben aussprach. Der Betriebsrat hat daraufhin die Initiative ergriffen und 2008 wurde mit dem Umbau eines bestehenden Gebäudes begonnen.

Die Kosten dafür wurden von der AIT AG getragen, für einen Teil der Planungskosten wurden Fördermittel vom Land Niederösterreich bezogen.

Nach einer Ausschreibung wählte der Elternbeirat die Volkshilfe als Trägerorganisation der Betreuungsstätte, die Kinder ab einem Alter von einem Jahr und theoretisch bis 16 Jahre aufnimmt.

AIT-MitarbeiterInnen, die den Kindergarten in Anspruch nehmen wollen, zahlen einen Monatsbeitrag von 250 Euro, MitarbeiterInnen andere Unternehmen einen höheren Beitrag. Für die Betreuung in der Ferienzeit gibt es vom Betriebsrat Zuschüsse.

Die Betreuer werden von der Volkshilfe gestellt, aber das AIT hat sich entschlossen, einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt zu setzen. Zu diesem Zweck wurde vom Unternehmen zusätzliche eine eigene Pädagogin mit naturwissenschaftlichem Hintergrund und Montessori-Ausbildung eingestellt, die ein Mal pro Woche kleinere Projekte mit den Kindern durchführt.

Auch andere Pädagogen hätten bereits Interesse an den naturwissenschaftlichen Projekten gezeigt, erläutert Betriebsrätin Eva Wilhelm.

Durch den pädagogischen Anspruch, den sich der Kindergarten setzt, ist es schwierig flexibel kurzfristig Kinder in die Gruppe aufzunehmen, denn sie brauchen immer eine Zeit, um sich einzugewöhnen.

Da sich das AIT mit einem 25%igen Frauenanteil in der Belegschaft, weitaus höher als der sonstige Durchschnitt von 18% im naturwissenschaftlichen Bereich, der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders verpflichtet sieht ist auch im Kollektivvertrag die Elternteilzeit besser geregelt, als gesetzlich vorgeschrieben, es werden „Papa-Wochen“ in die Betriebsvereinbarung aufgenommen und ein Teil des vom Unternehmen dotierten und vom Betriebsrat verwalteten Sozialfonds ist ebenfalls dem Thema Frauen und Beruf gewidmet.