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Schirnhofer Familien Unternehmen Holding - Wenn es bei Schuldnern um die Wurst geht


Das steirische Familienunternehmen Schirnhofer hat verschiedene soziale Maßnahmen wie einen Sozialfonds, Schuldnerberatung, Personalcoaches, Persönlichkeitsseminare und ein Gesundheitszentrum zu einer „sozialen Plattform“ zusammengefasst.

Auf Basis einer Spendenaktion für eine Mitarbeiterin und ihren kranken Sohn, die vom Unternehmen mitgetragen wurde, hat die Firma Schirnhofer gemeinsam mit dem Betriebsrat den „Verein für soziale Angelegenheiten“, ein vom Unternehmen und aus Spenden dotierter Sozialfonds, geschaffen, erzählt Betriebsrätin Annemarie Müller.

Rund um dieses Kernstück wurden 2008 verschiedene lang gewachsene Sozialmaßnahmen in eine „soziale Plattform“ zusammengeführt.

Anträge für den Fonds werden vom Betriebsrat überprüft und sehr oft handelt es sich auch nur um zinslose Kredite, die in Folge wieder zurückgezahlt werden. Eine fixe Höhe ist für die Dotierung des Fonds nicht ausgemacht, aber Eigentümer Karl Schirnhofer betont, es werde „so viel wie gebraucht wird“ eingezahlt.

Darüber hinaus nützt die Firma ihren Einfluss bei Banken und ihre guten Beziehungen zu Lieferanten und anderen Unternehmen in der Umgebung, um für notleidende MitarbeiterInnen günstige Konditionen oder unter Umständen auch Spenden zu erhalten.

Schirnhofer arbeitet auch eng mit der Schuldnerberatung zusammen. In Schulden geratene MitarbeiterInnen können diesen Service anonym nutzen und die Firma garantiert ihren Arbeitsplatz.

An gesundheitsfördernden Maßnahmen stellt die Firma Schirnhofer Massagen während der Arbeitszeit sowie einen Turnsaal zur Verfügung. Der hauseigene Arzt, den das Unternehmen finanziert, bietet Vorsorgeuntersuchungen und ein Spezialisten-Netzwerk. Darüber hinaus betont Schirnhofer, dass etwa krebskranke MitarbeiterInnen ihren Arbeitsplatz behalten, denn „diese psychologische Rückendeckung ist wichtig“.

Schirnhofer bestätigt, dass die Maßnahmen „langsam wachsen“ mussten, um das Vertrauen der MitarbeiterInnen zu gewinnen. So waren anfangs einige MitarbeiterInnen gegenüber der Schaffung eines Betriebsarztes skeptisch, da dieser ja genützt werden könnte, um den Gesundheitszustand der Belegschaft für den Chef zu überprüfen.

„Aber das Klima hat sich geändert, die MitarbeiterInnen wissen, dass sie sich an jemanden wenden können, wenn sie Hilfe brauchen,“ bestätigt Müller.

Karl Schirnhofer möchte, dass ähnliche soziale Maßnahmen bald in allen großen Unternehmen gesetzt werden, denn „nur die Wirtschaft kann in Zukunft die soziale Gerechtigkeit regeln“ und außerdem verursache eine hohe Mitarbeiterfluktuation auch hohe Kosten.

Die soziale Plattform ist für alle Schirnhofer-MitarbeiterInnen zugänglich, sowohl jene 300 in Kaindorf, als auch die restlichen 1.600 über Österreich verteilten, vor allem in Zielpunkt-Filialen beschäftigten.