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Spar - Supermarktkette Spar verhilft Jugendlichen zu Schulbildung.

 

Mit Teenagern assoziieren viele bloß den Begriff „Party-Generation“. Doch das Leben der Jugendlichen spielt sich nicht nur bei wilden Feten ab. Die Anforderungen in der Berufswelt werden höher – für Jobs werden immer öfter fundierte Ausbildungen gefordert. Spar hat bereits begonnen, auf den Trend zur besseren Berufsausbildung zu reagieren. Seit 2004 bietet der größte heimische Supermarktkonzern seinen Lehrlingen das Model „Lehre und Matura“ an. Dabei wird der Schulunterricht außerhalb der Dienstzeiten bei Bildungsinstitutionen wie WIFI, Bfi oder Volkshochschulen besucht. 

SparDiese Maturaschulen reduzieren ihren Unterricht auf den Maturalehrstoff und sparen so manchen Unterrichtsgegenstand aus. Deshalb müssen die Teilnehmer des Spar Lehrlingsprogramms nicht ähnlich lange die Schulbank drücken wie die sogenannten Schülis.

Zeitintensiv ist die Doppelbelastung aus Matura und Lehre aber trotzdem, weiß Katharina Müller, Bürokauffraulehrling im Spar Headquarters in Salzburg aus eigener Erfahrung. Acht Unterrichtseinheiten sind wöchentlich zu besuchen, noch einmal rund acht Stunden gehen dann am Schreibtisch zu Hause drauf. Gemeinsam mit dem 38,5 Stunden Lehrjob bedeutet dies einen Zeitaufwand von mehr als 50 Stunden pro Woche. Auf spätere berufliche Stresssituationen ist Müller also schon jetzt sehr gut vorbereitet.

Zurzeit ist sie eine von 235 Jugendlichen, die am Spar-Projekt „Matura und Lehre“ teilnehmen. Rund 80 bis 90 Prozent aller Teilnehmer bestehen früher oder später tatsächlich sowohl Lehrabschluss als auch Maturaprüfung. Wer Matura und Lehre abschließt, bekommt die Kosten für die Maturaschule ersetzt. Bis zum Vorjahr hat Spar die Kosten dafür selber getragen, nun springt der Bund als Financier ein.

Die Sorge, Spar könnte seine Lehrlinge nach Abschluss an die Universitäten verlieren, plagen den Supermarktriesen aber nicht. Nur etwa 3 Prozent zieht es nach der Spar-Matura an die Uni. Eher werden die dual ausgebildeten jungen Facharbeiter für die Konkurrenz interessant und abgeworben. Das stört Maria Oßberger von der Personalstelle aber wenig: „Viele kommen nach einigen Jahren wieder zu uns zurück. Dann sind wir froh, wenn sie bei einem anderen Supermarkt Berufserfahrung sammeln konnten.